Vater und Tochter mit dem Fahrrad auf der Demo

Gestern Abend bekam ich von einer alten Schulfreundin den link zu einem niederländischen Kurzfilm geschickt, „Vater und Tochter“ von Michaël Dudok de Wit, der viele Preise gewonnen hat:

Der Film ist sehr anrührend, sehr bewegend und auch sehr holländisch: das Radfahren, Polder, Deich, der ewige Wind. Das harmonische Miteinander von Vater und Tochter ist so schön orchestriert. Eine Augenweide! Da steckt neben der Melancholie so viel Hoffnung, so viel Resilienz drin. Wunderbar Und dann ist der Film sogar schon über 20 Jahre alt. Ich kannte ihn noch nicht, welche Schätze da immer wieder lauern in diesem Internet, toll.
Über das Thema hinaus – der frühe Verlust des Vaters begleitet das Mädchen ihr ganzes Leben – rührt der Film in mir Empfindungen von Harmonie, von Vertrautheit, von Geborgenheit.
Dieser Tage ist der Song „Fast Car“ in aller Munde, nachdem Tracy Chapman es zusammen mit Luke Combs bei den Grammys aufführte.
Tracy Chapmann und Luke Combs – Fast Car Ausschnitt https://twitter.com/i/status/1754316946403709139
OK, kein Fahrrad, sogar noch 12 Jahre älter als der Kurzfilm „Vater und Tochter“. Das Album habe ich seinerzeit hoch und runter gehört. Der Song „Fast Car“ erzeugt bei mir ähnliche Empfindungen, „es wird schon irgendwie gut gehen“, dem Vertrauen auf die Zukunft durch die gemeinsame Verbindung, so hart auch das Lieben spielen mag. Gut, ich habe seit 25 Jahren kein Auto mehr, aber dieses Gefühl, jetzt fahren wir gemeinsam los, im Vertrauen, dort wo man hinkommt, angenommen zu sein, ganz egal, ob man nach Paris, Amsterdam oder Berlin fahren möchte, das verliert sich nicht. Das geht natürlich auch mit dem Fahrrad.
Dass hier zudem eine POC-Frau zusammen mit einem weißen Country Sänger das Lied Fast Car aufführen, ist auch eine gute Botschaft. Es steht für ein vertrauensvolles Miteinander, für Zukunftsfähigkeit, statt Kampf jeder gegen jeden.
Die Stimmung von „Vater und Tochter“ und von „Fast Car“ sind für mich ähnlich, wenn dieser Tage viele Menschen „gegen Rechtsradikalismus“ gemeinsam auf die Straße gehen, ein Fenster zum guten Leben, mal als Kurzfilm, mal als Folk Song, mal als vielfüßiges gemeinsames Miteinander.